Wie gehe ich im Bewerbungsgespräch mit Unterbrechungen durch Schweigen um?

Schweigen wird im Vorstellungsgespräch manchmal gezielt eingesetzt. Dahinter steckt die Absicht den Kandidaten oder die Kandidat/in zum Reden zu bringen. Viele Menschen halten eine künstliche Unterbrechung des Gespräches nicht lange aus. Sie werden dadurch ermuntert, ein Thema fortzusetzen und vielleicht Details zu schildern, die ursprünglich gar nicht erwähnt werden wollten. Lassen Sie sich also durch das Schweigen Ihres Gegenübers nicht irritieren!

Wie lange dauert ein Bewerbungsgespräch üblicherweise?

Rechnen Sie mit einer Zeit von einer halben bis zu einer Stunde. Die Dauer des Interviews hängt auch davon ab, wie intensiv Sie sich auf das Gespräch einlassen. Sprich, ob Sie nur einsilbig antworten und keine eigenen Fragen stellen oder ob Sie lebendig über sich erzählen und am Unternehmen interessiert sind. Außerdem spielt es auch eine große Rolle, ob sich das Interview positiv entwickelt und der/die Personalverantwortliche daher mehr von Ihnen wissen möchte.

Worauf kommt es in der Abschlussphase des Bewerbungsgesprächs an?

Am Schluss geht es um den Versuch eines angenehmen „Abgangs“, wobei hier auf Arbeitgeberseite auch der Aspekt der Imagepflege eine Rolle spielt. Man wird sich bei Ihnen für den Besuch, die Bewerbung und das gezeigte Interesse bedanken. Das sollten Sie dann ebenfalls tun. Wichtig ist nun eine Klärung, wie es weitergeht, wer voraussichtlich wann zu einer Entscheidung gelangt. Und dann selbstverständlich wer sich bei wem meldet. Dieser Wunsch nach Information sollte jedoch von Ihrer Seite ohne Drängen, Ungeduld oder gar Verzweiflung vorgetragen werden.

Nach dem Hinausgehen sollten Sie auf jeden Fall die Fassung bewahren. Lassen Sie die Bürotür nicht zuknallen und atmen Sie auch nicht erleichtert auf. Gehen Sie aufrecht weiter und vergessen Sie auch nicht, sich bei dem/der Sekretär/in, der/die sich wahrscheinlich im Vorzimmer befindet, zu verabschieden.

Für Sie ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem Sie sich etwas gönnen sollten:  Machen Sie etwas, das Ihnen Freude bereitet, damit Sie später das Gespräch in Ruhe Revue passieren lassen können.

Was sind die Hintergründe der Frage „Was machen Sie, wenn Sie die Stelle bei uns nicht bekommen?“ und wie beantworte ich sie am besten?

Diese Frage ist ein erneuter Motivationstest, um herauszufinden, wie wichtig die aktuelle Bewerbung für Sie ist. Weiterhin von Interesse für den Arbeitgeber ist: Wie verarbeiten Sie Frustrationen und inwieweit zeigen Sie dies? Wie reagieren Sie?

Natürlich wären Sie weder völlig zerknirscht oder am Boden zerstört noch heilfroh und glücklich, wenn Ihnen dieser Job erspart bliebe. Bringen Sie zum Ausdruck, dass Sie eine Entscheidung gegen Sie als Kandidaten bedauern aber akzeptieren würden.

Wie bringe ich mein Wissen über das Unternehmen im Bewerbungsgespräch geschickt ein?

Wer in einem Unternehmen arbeiten will, sollte es auch kennen. Nicht jede Abteilung, nicht jede/n Mitarbeiter/in, aber die Eckdaten und Geschäftsfelder sollten bekannt sein. Lesen Sie, was es über die Firma oder die Institution Wichtiges gibt, und überlegen Sie sich, wie Sie dieses Wissen in Form von Fragen und Anmerkungen einbringen können. Dabei geht es nicht darum, Eindruck zu schinden, indem Sie mit Firmenwissen prahlen. Vielmehr ist es für Sie leichter, sich im Bewerbungsgespräch zu verkaufen, wenn Sie Ihre eigenen Qualitäten mit den Aufgaben des potenziellen Arbeitgebers verknüpfen können und so zeigen: Ich bin die/der Richtige für Euch.

Wie beantworte ich die Frage „Warum haben Sie sich bei uns beworben?“ am besten?

In Ihrer Antwort sollten Sie das persönliche Interesse an dieser Aufgabe in diesem Betrieb deutlich machen. Dazu gehört, dass Sie sich vorab gründlich über den Betrieb und die Produkte oder Dienstleistungen informieren. Immer wieder kommt es vor, dass Personalverantwortliche auf Bewerber/innen treffen, die nicht wissen, was das Unternehmen herstellt. Auch Aussagen wie: „Weil ich gerade einen Job suche.“ sprechen nicht für Ihre Motivation.

Einen guten Eindruck machen Sie, wenn Sie zu erkennen geben, dass Sie sich mit den Erwartungen des/r  Arbeitgebers/in in spe auseinander gesetzt haben. Möglich sind auch Anmerkungen wie: „Sie sind in der Branche bekannt für … und deshalb möchte ich für Sie arbeiten“ oder „Ihre Produkte finde ich sehr gut und ich möchte in einem innovativen Unternehmen mitarbeiten.“

Welchen Hintergrund hat die Frage „Warum haben Sie sich bei uns beworben?“ im Bewerbungsgespräch?

Aus vielerlei Gründen will der/die zukünftige Arbeitgeber/in wissen, warum Sie sich gerade bei diesem Unternehmen bewerben. Mit dieser Frage will er/sie herausfinden:

– Haben Sie sich über das Unternehmen informiert?

– Ist dieses Unternehmen Ihre erste Wahl oder eines unter vielen?

– Was genau reizt Sie an diesem Betrieb?

– Haben Sie sich diese Firma gezielt ausgesucht?

– Wie hoch ist Ihre Motivation, genau diesen Job in diesem Unternehmen zu bekommen?

Was sollte ich bei der Antwort auf die Frage „Was wissen Sie denn bereits über uns?“ berücksichtigen?

Bei der Beantwortung dieser Frage geht es nicht nur darum, welches Wissen Sie bereits über das Unternehmen gesammelt haben, sondern auch zu sehen, was Sie nicht wissen. Ihr Wissensstand zeigt, wie gründlich und über welche Medien Sie sich über das Unternehmen informiert haben. Eine gute Vorbereitung auf diese Frage ist die Zusammenstellung eines etwa dreiminütigen Vortrages über das Unternehmen und die Stelle, für die Sie sich beworben haben. In diesem Vortrag nennen Sie alle wichtigen Daten und Sachverhalte. Zusätzlich verweisen Sie auf Ihr Vorgehen bei der Infosuche und Ihre Quellen. Sie bekunden mit einer detaillierten Recherche Ihr Interesse am Unternehmen, geben Ihre Einschätzung des Unternehmens ab und geben Einblicke in Ihre Arbeitsweise.

Wie gehe ich mit der Frage nach den Erfolgen und Misserfolgen um?

Vielen Menschen ist es etwas unangenehm über ihre Erfolge zu sprechen, trotzdem sollten Sie sich auf diese Frage gut vorbereiten, da Sie einige Pluspunkte sammeln können. Es sähe für den Personalverantwortlichen nach einer wenig ambitionierten Arbeitseinstellung aus, wenn Sie nichts zu diesem Punkt erzählen könnten. Daher überlegen Sie, was in Ihrem bisherigen Jobleben, auch in Praktika, gut geklappt hat: Konnten Sie für einen ehemaligen Arbeitgeber zur Umsatzsteigerung beitragen, haben Sie eine erfolgreiche Idee eingebracht, konnten Sie wichtige Neukunden akquirieren?

Entsprechend sollten Sie auch mit der Frage nach einem Misserfolg umgehen. Vielleicht können Sie von einem ambitionierten Projekt berichten, das dann letzten Endes wegen widriger äußerer Umstände (z.B. Konkurs eines beteiligten Unternehmens etc.) gescheitert ist. Wenn Sie quasi als Abschluss berichten, was Sie daraus gelernt haben, sind Sie auch wieder auf der positiven Ebene.

Welchen Hintergrund hat beim Bewerbungsgespräch die Frage nach den größten beruflichen Erfolgen und Misserfolgen?

Der/die Personalverantwortliche möchte mit diesen Fragen Ihr Persönlichkeitsprofil testen und dabei gleichzeitig prüfen, wie es um Ihre Selbstkritik bestellt ist. Mit Hilfe dieser Fragen möchte er/sie auch prüfen, wie gut Sie in das Anforderungsprofil der zu besetzenden Stelle passen. Für ihn/sie ist wichtig zu sehen, wie Sie mit Misserfolgen umgehen, ob Sie dazu stehen können oder nur um den heißen Brei herum reden. Letzten Endes betrifft die Frage dann Ihr Selbstbild: schätzen Sie sich und Ihre Fähigkeiten realistisch ein? Für den Arbeitgeber/die Arbeitgeberin stellt dies einen wichtigen Aspekt dar.