Angenommen mir fällt im Gespräch zu einer zuvor behandelten Frage noch etwas ein. Kann ich dann darauf zurückkommen?

Auf jeden Fall! Damit zeigen Sie, dass Sie mitdenken und Interesse haben. Auch haben Sie hier die Gelegenheit, sich als aktive Persönlichkeit zu beweisen und Ihre Kommunikationsfähigkeit zu demonstrieren. Sie könnten zum Beispiel sagen: „Zum Thema xy, über das wir vorher gesprochen haben, möchte ich noch etwas ergänzen…“.

Was mache ich, wenn ich mich beim Bewerbungsgespräch verspäte?

Rufen Sie sobald wie möglich an und geben Sie Bescheid. Machen Sie bitte nicht den Fehler, hektisch zu werden und zu rennen. Sie kämen außer Puste und vielleicht sogar verschwitzt und völlig durcheinander beim Unternehmen an, was keinen guten ersten Eindruck macht.

Zeichnet sich ab, dass Ihre Verspätung sehr groß wird, müssen Sie damit rechnen, dass der/die Personaler/in vielleicht keine Zeit mehr für Sie hat. Dann vereinbaren Sie am besten direkt einen neuen Termin, falls das möglich ist.

Wie gehe ich mit der Aufforderung „Beschreiben Sie Ihr Teamverhalten/Ihre Teamfähigkeit!“ in einem Bewerbungsgespräch um?

Diese Aufforderung soll nicht nur Ihre Teamfähigkeit erheben, sondern auch feststellen, wie gut Sie sich mit Ihren Erwartungen in ein bestehendes Team einfügen können. In jedem Fall sollten Sie ausgeprägten Teamgeist signalisieren und idealerweise ein konkretes Beispiel aus Ihrer bisherigen Berufserfahrung als Beleg dafür anführen können. Aber auch einige Freizeitbeschäftigungen wie diverse Teamsportarten werden gerne als Indiz für Teamfähigkeit herangezogen.

Werde ich während der Wartezeit bis zum Interview im Unternehmen schon beobachtet?

Normalerweise werden Bewerber/innen nicht gezielt beobachtet, weil es dafür meist weder Zeit noch einen Anlass gibt. Selbstverständlich fallen aber immer wieder einmal die Blicke auf Sie, je nachdem wo Sie sitzen und wer Sie sieht. Sehen Sie sich am besten etwas um: Das hilft Ihnen auch einen Eindruck vom Unternehmen und der Atmosphäre zu erhalten. Liegt zum Unternehmen Informationsmaterial auf, das Sie interessiert, dann sehen Sie es sich an.

Wie beantworte ich die Frage: „Können Sie mit Stress umgehen?“?

Mit der Frage nach Ihrer Stressresistenz gilt das Interesse Ihres Gesprächspartners Ihrer Bereitschaft, Leistungsanforderungen anzunehmen und entsprechend zu handeln. Dies sollte in jeder Position eine Selbstverständlichkeit sein. Hinterfragt wird hier ebenso Ihre Belastbarkeit. Der Arbeitgeber erwartet von Ihnen, dass Sie sich auch in schwierigen Situationen nicht klein kriegen lassen und sich für die Unternehmensziele einsetzen.

Die Antwort auf diese Frage sollte entsprechend ein klares „Ja“ enthalten. Zusätzlich können Sie betonen, dass Sie in stressigen Situationen besonders erfolgreich agieren und zu einer wahren Höchstleistung auflaufen. Dies bedeutet die Fähigkeit, die Arbeit planvoll und organisiert anzugehen. Sie sollten immer ein Beispiel parat haben, an dem Sie Ihre Stressresistenz illustrieren können. Einen positiven Eindruck hinterlassen Sie zudem, wenn Sie zum Stressabbau Sport treiben.

Wen soll ich ansehen, wenn an einem Bewerbungsgespräch mehrere Interviewer/innen teilnehmen?

Sie werden sich jeweils der Person am intensivsten zuwenden, die Ihnen aktuell eine Frage stellt. Dennoch sollten Sie sich nicht ausschließlich auf sie konzentrieren und darüber die anderen Gesprächspartner/innen vergessen. Halten Sie Blickkontakt und sehen Sie beim Antworten nacheinander allen Anwesenden kurz und ruhig in die Augen.

Wie gehe ich im Bewerbungsgespräch mit provokativen Fragen um?

Mit einer provokativen Frage möchte der/die Interviewer/in Sie aus der Reserve locken. Reagieren Sie darauf aggressiv oder beleidigt, so haben Sie Ihre Chance bereits verspielt. Durch eine ebenso provokative oder allzu schlagfertige Antwort könnten Sie weitere Fragen in diese Richtung auf sich ziehen und schon dreht sich die Spirale. Am besten wird es also sein, Sie lassen sich nicht aus der Ruhe bringen und wahren Ihre Souveränität.

Man sollte im Bewerbungsgespräch ja ruhig und souverän wirken. Wie kann ich meine Aufregung verbergen?

Dass BewerberInnen nervös und aufgeregt sind – und zwar alle in unterschiedlichem Ausmaß –  ist ganz normal. Das wissen PersonalentscheiderInnen. Eher auffällig ist es, wenn jemand vom ersten Moment an betont gelassen und überlegen wirkt. Wenn Sie Ihre Nervosität unbedingt zu verbergen versuchen, kann das Ihre Anspannung nur noch mehr erhöhen. Gestehen Sie sich selbst ein, dass Sie nervös sind und nutzen Sie alle Möglichkeiten um sich zu beruhigen. So verbergen Sie die Nervosität nicht sondern erhalten wieder „einen kühlen Kopf“ und können souverän am Gespräch teilnehmen.

Was ist der Hintergrund von einleitenden Fragen wie: „Haben Sie gut hergefunden?“ oder „Wo haben Sie denn einen Parkplatz gefunden?“?

Die Fragen und Gesprächsinhalte im Verlauf der ersten Minuten dienen eigentlich hauptsächlich einem Zweck: Personalverantwortliche wollen damit „das Eis brechen“ und Ihnen die Anfangsnervosität nehmen. Sein/ihr Ziel ist es, dass Sie sich im Büro möglichst bald halbwegs wohl fühlen.

Prinzipiell ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn sich Ihre Anfangsnervosität durch den einleitenden Small-Talk reduziert. Nutzen Sie also die Chance, um sich durch zunächst belangloses Plaudern schnell zu akklimatisieren, um im weiteren Gesprächsverlauf von positiven Inhalten Ihres bisherigen Werdeganges zu berichten.

Welche Tipps könnt Ihr mir für die Verabschiedung im Bewerbungsgespräch geben?

Seien Sie bei der Verabschiedung im Vorstellungsgespräch genau so souverän wie bei der Begrüßung: Verabschieden Sie sich mit angemessen festem Händedruck und einem freundliche Lächeln von allen Beteiligten und bedanken Sie sich für das Gespräch. Betonen Sie, dass dadurch Ihr Wunsch nach einer Zusammenarbeit bestärkt wurde. Zusätzlich sollten Sie auch nachfragen, wann Sie mit einer Entscheidung und einer Nachricht rechnen können.