Soll ich alles von vornherein in die Bewerbung schreiben oder besser erst im Gespräch erklären?

Zum Gespräch müssen Sie erst einmal kommen… und das Ticket dafür soll Ihnen Ihre schriftliche Bewerbung besorgen. Es ist also sehr wichtig, dass Sie alles, was Sie als viel versprechende/n Kandidatin/en auszeichnet, bereits in Ihren Unterlagen erwähnen. Dadurch können/sollten Sie Personalentscheider/innen so neugierig machen, dass genau Sie zum Gespräch eingeladen werden.

Soll ich im Lebenslauf Angaben zu meinen Eltern machen?

Bei einer Bewerbung für einen Ausbildungsplatz sind Angaben zu den Eltern nach wie vor üblich. Ein/e Schüler/in kann noch nicht so viel vorweisen und gibt dem Unternehmen dadurch einen Einblick in die Familiensituation. Sobald Sie das Alter von 25 Jahren überschritten oder das Studium abgeschlossen haben, können Sie sich auf Ihre Person beschränken und Angaben zu Ihren Eltern weglassen.

Verfasse ich die Mail bei der Bewerbung im HTML- oder im Textformat?

Am besten Sie schicken Ihre E-Mail im normalen Text-Modus. Bunte Hintergründe oder Bilder in der Mail sollten Sie ebenfalls lieber weglassen. Zum einen wissen Sie nicht, wie besondere Formatierungen im E-Mail-Programm des Empfängers dargestellt werden, zum anderen erschweren viele Bilder und Farben schnell die Lesbarkeit.

Gehören Hobbys und Interessen in den Lebenslauf?

Mit Ihren Freizeitaktivitäten zeigen Sie einerseits, wer Sie außerhalb des Berufes sind. Andererseits geben Sie auch zusätzliche berufliche Informationen. Gruppensport und soziales Engagement geben Auskunft über Ihre Teamfähigkeiten, aber auch über Ihre verlässliche Präsenz am Arbeitsplatz. Diese könnte z.B. durch ein Ehrenamt oder hohe Risiken beim Sport eingeschränkt werden.
Zudem sollten Sie überlegen, was Sie indirekt mit preisgeben. In Ihre Überlegungen einzubeziehen sind, ob der gesellschaftliche Status der Hobbys zu Job und Firma passen und ob die Freizeitaktivitäten Anlass zur Sorge über Ihre Arbeitsleistung geben. Vorsicht: Sie sollten keine Aktivitäten angeben, die nicht wirklich zu Ihren Hobbys zählen. Bezeichnen Sie sich als Golfspieler, sollten Sie auch auf Nachfragen vorbereitet sein. Unter den Gesprächspartner/inne/n kann immer jemand sein, der dem genannten Hobby ebenfalls frönt und eine Fachsimpelei beginnt.

Sollte ich bei der Bewerbung immer ein Foto mitschicken, auch wenn es nicht ausdrücklich gefordert wird?

Für Österreich ist das Foto ein fixer Bestandteil der Bewerbungsunterlagen. In Skandinavien, Großbritannien und den USA schaut die Sache anders aus.

Es gibt zwei Gründe, den Bewerbungsunterlagen ein Foto hinzuzufügen: Zunächst einmal werden Sie als Person sichtbar. Sie sollten deshalb ein Foto mitschicken, auf dem Sie sympathisch aussehen. Ein freundliches Lächeln und der Blick in die Kamera sind da sehr förderlich. Ihr/e Fotograf/in wird Sie da sicher gerne beraten. Oder legen Sie die Fotos, die in Frage kommen einfach Ihren Freunden vor und bitten Sie um ihre Meinung. Zusätzlich hat der/die Personalverantwortliche beim Gespräch den so gennannten Wiedererkennungseffekt. Achten Sie also darauf, dass Sie vor dem Bewerbungsgespräch keine allzu große Typveränderung vornehmen.

Das Foto können Sie entweder oben am Lebenslauf anbringen oder, etwas größer, auf dem Deckblatt.

Was soll ich bei meiner Präsentation im Assessment-Center hinsichtlich Sprechtempo und Abschluss beachten?

Sprechen Sie lieber etwas langsamer als zu schnell und nutzen Sie auch die Kunst der Pause. Abschließen sollten Sie Ihre Präsentation bitte nicht mit den Worten: „So, das war es.“ Viel besser kommt es an, wenn Sie sich bei den Anwesenden für ihre Aufmerksamkeit bedanken.

Was sind die wichtigsten Regeln beim Rollenspiel im Assessment-Center?

Im Rollenspiel schneidet erfolgreich ab, wer die Grundregeln der Gesprächsführung beherrscht:

– aktiv zuhören

– konkrete, klare Aussagen zum eigenen Standpunkt machen

– Motive und Ziele der Argumentation verdeutlichen

Beim Rollenspiel kommt es nicht auf Härte sondern auf Feingefühl an, wobei das Gesprächsziel konsequent verfolgt werden soll. Dieses ist mehr oder weniger deutlich gefärbt durch die Interessen des Unternehmens, das Sie im Rollenspiel zu vertreten haben.

Was gilt es bei der Gesprächsführung in Gruppendiskussionen beim Assessment-Center zu beachten?

Wer in Gruppendiskussionen gut abschneiden möchte, sollte sich vorher einige Verhaltensregeln zu eigen machen. Ein erster immens wichtiger Aspekt ist aktives Zuhören. Es geht in der Gruppe nicht darum, den anderen möglichst schnell das Wort zu entziehen und selbst lang und breit seinen Standpunkt darzulegen. Sehr viel sinnvoller ist es, den GesprächspartnerInnen durch das aktive Zuhören das Gefühl zu vermitteln, dass Sie sie ernst nehmen. Hierzu gehört auch nachzufragen, ob Sie sie/ihn richtig verstanden haben.

Bei eigenen Beiträgen ist es ebenfalls wichtig, sich so klar und eindeutig wie möglich auszudrücken und ggf. auch die übrigen TeilnehmerInnen zu fragen, ob sie alles verstanden haben. So werden Missverständnisse vermieden und konstruktive Ergebnisse möglich. Zudem ist es nicht nur wichtig, die eigene Meinung darzulegen, sondern auch die Motive und Ziele, die sich dahinter verbergen. Auch die Reihenfolge, in der Sie Ihre Argumente präsentieren, kann für den Ausgang der Diskussion entscheidend sein. Da Ihre Gesprächspartner versuchen werden, Ihre Erfolgsaussichten über Ihr schwächstes Argument zu schmälern, ist es sinnvoll, das stärkste Argument zum Schluss in die Diskussion einzubringen.

Was wird mit der Postkorbübung im Assessment-Center abgetestet?

Ziel der Postkorbübung ist es, Ihr Entscheidungs- und Führungsverhalten sowie Arbeitsstil und -systematik zu beurteilen. Sind Sie in der Lage, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und Prioritäten zu setzen? Können Sie Sachaufgaben delegieren und gleichzeitig die Dinge nicht völlig aus dem Auge verlieren?

Wer ist an einem Assessment-Center beteiligt?

Zusätzlich zu den eingeladenen KandidatInnen sind MitarbeiterInnen der Personal- oder der jeweiligen Fachabteilung  als BeobachterInnen anwesend. Meist tritt auch ein/e ModeratorIn auf. Diese Rolle kann eine Führungskraft des Unternehmens oder ein/e MitarbeiterIn des für die Durchführung des ACs beauftragten Unternehmens übernehmen. Die Aufgabe des/r ModeratorIn besteht darin, die einführenden und überleitenden Worte zu den einzelnen Aufgaben zu finden und den organisatorischen Ablauf zu gewährleisten.