Bei der Aufzählung der Stärken im Anschreiben soll man ja Standardaussagen wie kommunikativ, flexibel und teamfähig vermeiden. Was mache ich aber, wenn genau das auf mich zutrifft?

Da sehr viele Bewerber/innen mit diesen Bezeichnungen arbeiten sind sie als Floskeln in Verruf geraten. Es kommt aber immer auf die Ausführung an: Der Satz „Zu meinen persönlichen Stärken zählen Kommunikationsstärke, Flexibilität und Teamfähigkeit“ ist in der Tat nicht sehr aussagekräftig und individuell. Sie können sich viel überzeugender präsentieren, wenn Sie Ihre Kompetenzen

– in die Schilderung einzelner Aufgabenbereiche einflechten. Ein Beispiel: „Bei der Planung und Vorbereitung von Meetings konnte ich mein organisatorisches Geschick unter Beweis stellen“ oder

– umschreiben. Also: statt „ich bin kommunikativ“ etwa „Da ich sehr gut mit Menschen umgehen kann…“.

Wenn Lebensläufe online hochgeladen werden, sollen sie trotzdem mit einer handschriftlichen (in diesem Falle mit einer gescannten) Unterschrift verstehen sein?

Sowohl der Lebenslauf als auch das Anschreiben sollten bei Online-Bewerbungen mit Ihrer Unterschrift versehen sein. Sie zeigen damit, dass Sie sich Mühe gegeben haben und geben Ihrer Bewerbung gleichzeitig eine persönliche Note.

Wie schaffe ich es, im Anschreiben meine Fähigkeiten und Eigenschaften anschaulich zu präsentieren?

Wer Personalverantwortliche von sich überzeugen will, muss zuallererst selber wissen: Was sind meine Stärken? Wodurch unterscheide ich mich von meinen Mitbewerber/innen? Ihr/e zukünftige/r Arbeitgeber/in will wissen, welche besonderen Leistungen er/sie von Ihnen erwarten kann. Nur individuelle und durch Praxis belegbare Aussagen machen Ihre Angaben glaubwürdig. Mit Sätzen wie „Ich bin einsatzbereit, team- und kommunikationsfähig“ oder „Ich bin ein Organisationstalent und zielstrebig“ versuchen Bewerber oft die erwünschten Qualifikationen zu betonen. Für Personalverantwortliche zählen aber nur Kompetenzen, die anhand von konkreten Beispielen aus dem bisherigen Berufsleben oder privaten Engagement belegt werden können.

Für eine gelungene Präsentation müssen Sie wissen, wer Sie sind und was Sie gut können. Voraussetzung dafür die eigenen Stärken zu erkennen, ist Ehrlichkeit zu sich selbst und das Nachdenken über tatsächliche Erfolge. Am besten gehen Sie in einer stillen Stunde in sich und prüfen sich selbst kritisch: Welche Arbeiten habe ich in der Vergangenheit besonders gut durchgeführt? Welche Fähigkeiten und Eigenschaften waren dafür verantwortlich, dass ich diese Ziele erreicht habe? Dabei können Sie auf Erfahrungen während der Ausbildung, auf ehrenamtliche Tätigkeiten, Hobbys und Aufgaben am Arbeitsplatz zurückgreifen.

Bei einer Absage erhielt ich von der Firma das Angebot, dass sie meine Bewerbung in Evidenz hält. Wie gehe ich damit um?

Bei der Evidenzhaltung erklären sich Personalverantwortliche bereit, Ihre Bewerbungsunterlagen zu archivieren, weil sie beim aktuellen Ausleseverfahren nicht mehr weiter berücksichtigt werden konnten. Ihre Unterlagen stehen so für spätere Auswahlprozesse – für die Sie eventuell besser geeignet sind – zur Verfügung.

Auch wenn manche Evidenz-Zusagen eher als freundlichere Absagen zu werten sind, erkennen immer mehr Unternehmen die Vorteile einer umfangreichen Evidenz an Bewerber/inne/n. Auf diesem Weg kann sich eine Firma  – wie auch bei der verstärkten Beachtung von Initiativbewerbungen – im Idealfall viel Zeit und Geld ersparen.

Nehmen Sie ein solches Angebot auf jeden Fall an und frischen Sie Ihren Wunsch nach einer weiteren Evidenzhaltung Ihrer Unterlagen im Abstand von 3-6 Monaten z.B. telefonisch wieder auf. Andernfalls könnte von Seiten des Unternehmens angenommen werden, dass Sie an einer Mitarbeit nicht weiter interessiert sind.

Ein Freund meint, es sei notwendig, im Lebenslauf die persönlichen Eigenschaften wie Teamgeist oder Belastbarkeit aufzulisten. Was meint ihr dazu?

Eine reine Aufzählung persönlicher Eigenschaften im Lebenslauf halte ich nicht für sinnvoll. Wenn es Ihnen gelingt, diese Eigenschaften durch Lebenslauf oder Bewerbungsschreiben glaubhaft zu untermauern, steigt die Aussagekraft. Belegen Sie also solche Kompetenzen entweder mit einer beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit oder führen Sie ein Hobby an, bei dem Sie genau diese Fähigkeit brauchen.

Sonst klingen die bloßen Eigenschaften sehr nach Worthülsen, die jede/r verwenden kann und verfehlen dadurch mitunter ihre Wirkung.

Soll ich den Titel der Abschlussarbeit im Lebenslauf anführen und auch die Note nennen?

Wenn das Thema Ihrer Abschlussarbeit für die Stelle, für die Sie sich bewerben, von Interesse ist, geben Sie es selbstverständlich an. Noten am ehesten dann, wenn sie sehr gut sind und Sie sie in den Mittelpunkt stellen wollen. Wenn Sie ein Leistungsstipendium oder eine besondere Auszeichnung erhalten haben, macht es auf alle Fälle Sinn, auch das anzuführen.

Ich möchte bei meinen Bewerbungsunterlagen einen Briefkopf anfertigen. Was sollte ich berücksichtigen?

Damit das Anschreiben ansprechend gestaltet ist empfiehlt es sich, einen (schlichten) Briefkopf zu erstellen.

Tipp: Keine wilden Übertreibungen mit riesigen Schrifttypen oder vielen Farben und vor allen Dingen keine komischen Pseudo-Logos! Wenn Sie beispielsweise die verwendete Farbe auch in den anderen Bestandteilen der Unterlagen einsetzen, sieht alles wie aus einem Guss aus.

Soll ich bei einer Bewerbung auch die Heiratsurkunde mitschicken (wegen der Namensänderung)?

Weisen Sie auf Namensänderungen hin. So beugen Sie Verwirrungen vor, wenn Sie Zertifikate und/oder Zeugnisse beilegen, die auf einen anderen Namen ausgestellt sind. Eine Heiratsurkunde brauchen Sie aber nicht mitschicken, es sei denn, sie wird dezidiert gefordert. Am besten wird es sein, Sie schreiben im Lebenslauf unter den persönlichen Daten Ihren Namen und den Geburtsnamen:

Vorname Nachname, geb. xy

Zeige ich beim Bewerbungsfoto nur das Gesicht oder auch den Oberkörper bzw. den ganzen Körper?

Üblicherweise verwenden Sie ein Portrait oder Halbportrait. Ganzkörperaufnahmen sollten Sie nur verwenden, wenn das Unternehmen diese explizit fordert. Wichtig ist, dass Ihr Gesicht im Mittelpunkt steht. Bei vielen Halbportraits, vor allem bei dunkler Oberbekleidung, nimmt die Kleidung sehr viel Fläche des Bildes ein und lenkt so vom Gesicht ab. In diesen Fällen sollten Sie das Foto etwas zurechtschneiden (lassen).

Was soll ich beim Layout im Anschreiben berücksichtigen?

Lassen Sie ausreichend Rand und gliedern Sie den Text in Absätze. Bedenken Sie beim Blocksatz, dass dieser für das Auge auf Dauer ermüdend ist und außerdem oft große Lücken im Text erzwingt. Den Zeilenabstand sollten Sie einzeilig wählen, da Sie sonst den Text unnötig in die Länge ziehen. Betonungen wie Fett- oder Farbdruck sowie Unterstreichungen sollten Sie nur sehr sparsam einsetzen, und wenn, dann nicht im Fließtext.