Wie soll ich bei Bewerbungen damit umgehen, dass ich gezwungen war, aus finanziellen Gründen nach Studienende einen Überbrückungsjob anzunehmen, den ich jetzt seit sechs Monaten ausübe, für den ich aber absolut überqualifiziert bin?

Selbstverständlich geben Sie diesen Job im Lebenslauf an, da Sie ansonsten eine Lücke von etwa einem halben Jahr erklären müssten. Diese Lücke wird auf alle Fälle negativer bewertet werden, als ein Überbrückungsjob. Im Anschreiben dagegen würde ich den Job eher nicht erwähnen. Betonen Sie hier besser Ihre fachliche, im Studium erworbene Qualifikation und die Fähigkeiten, die Sie in Praktika erworben haben. Den aktuellen Job sollten Sie hingegen erwähnen, wenn Sie damit Soft Skills belegen können, oder in einem Nebensatz, um das Eintrittsdatum zu erklären.

Wie kann ich ein Bewerbungsgespräch effektiv nachbereiten?

Gut ist es, wenn Sie sich direkt nach dem Gespräch in Ruhe wo hinsetzen und aufschreiben:

– Wie war das Gespräch?

– Welchen Eindruck habe ich von meinem Gegenüber (Die Person wäre ja vielleicht sogar der/die künftige Chef/in)?

– Was habe ich über die Firma erfahren? Wie ist mein Eindruck?

– Was habe ich über die Stelle erfahren? Wie finde ich das?

– Was habe ich über das Team/die Atmosphäre erfahren? Wie wirkt es auf mich?

 

Je zeitnaher nach dem Gespräch Sie sich gezielte Notizen machen, desto frischer ist Ihre Erinnerung. Und diese ist wiederum wichtig dafür, herauszufinden:

– ob Sie noch Fragen haben (die sich oft erst bei der Nachbereitung und Sichtung der Details ergeben)

– ob Sie grundsätzlich das Gefühl haben, dass die Stelle/die Firma was für Sie ist. Warum ja? Warum weiß-nicht-recht? Warum nein?

 

Diese schriftliche Nachbereitung macht etwas Arbeit. Aber die lohnt sich!

– Sie können dadurch bewusster eine Entscheidung treffen.

– Wenn Sie mehrere Gespräche führen und Angebote erhalten, können Sie besser auswählen (durch das konkrete Festhalten der unmittelbaren Eindrücke verblassen frühere Gespräche nicht in Ihrer Erinnerung).

– Bei einem späteren zweiten Gespräch können Sie Ihre Erinnerung auffrischen und sich klar auf das erste Gespräch beziehen.

– Sie bemerken, ob Ihnen noch Informationen fehlen, um eine Entscheidung zu treffen.

– Sie schaffen differenzierte Notizen, die Ihnen einen Vergleich mit anderen Stellen/Firmen ermöglichen.

– Außerdem schärfen Sie Ihre Aufmerksamkeit generell für künftige Vorstellungsgespräche: sowohl was Ihr eigenes Verhalten als auch was Fragen, Antworten, Themen und Konditionen, die Ihnen wichtig sind, betrifft.

Kommt das Anschreiben in die Mail oder als Anhang dazu?

In der Mail selbst reicht es, wenn Sie auf die Bewerbung im Anhang verweisen. Das Anschreiben selbst ist dann ja Bestandteil der pdf-Datei, die Sie anfügen.