Was ist, wenn ich mich für das Bewerbungsgespräch zu gut angezogen habe und overdressed bin?

Keine Sorge! Für das Bewerbungsgespräch zieht man sich meist einen Touch besser an als gewöhnlich. Damit zeigen Sie, dass Sie einen guten Eindruck machen wollen und das Gespräch als wichtig ansehen. Wenn Sie merken, dass die Leute im Unternehmen sehr viel legerer gekleidet sind, können Sie es auch ansprechen: „Oh, und ich komme in Anzug und Krawatte/Kostüm! Das ist hier ja gar nicht üblich…“. Lernen Sie aber auch daraus und passen Sie Ihre Kleidung etwas an, wenn Sie zu einem zweiten Gespräch oder einem Probetag eingeladen werden.

Wie soll ich die Berufserfahrung im Lebenslauf angeben: chronologisch oder das Neueste zuerst?

Da den/die Personalentscheider/in am meisten interessiert, was Sie aktuell machen bzw. in letzter Vergangenheit gemacht haben, empfiehlt sich die antichronologische Schreibweise – also mit dem Aktuellsten beginnen und sich dann nach „hinten“ durcharbeiten.

Bei einem Vorstellungsgespräch kommt es ja sehr stark auf den ersten Eindruck an. Könnt ihr mir da einige grundlegende Tipps geben?

Wenn zwei Menschen einander erstmals begegnen, bilden sie sich bereits im Verlauf der ersten Minuten eine Meinung zubzw. ein Bild von ihrem Gegenüber. Bei dieser Eindrucksbildung trägt jedoch nicht nur das verbale Verhalten, sondern zu einem überwiegenden Ausmaß ihre Körpersprache bei.

Damit Sie gleich vom Start weg Ihre Chancen bestmöglich nützen, beachten Sie folgende Tipps:
Betreten Sie den Raum mit der Grundhaltung, dass Sie ein gutes Angebot unterbreiten. Sie sind keine Bittstellerin.
Gehen Sie aufrechtmit dem Blick nach vorne gewandtauf Ihre/n Gesprächspartner/in zu. Wecken Sie erste Sympathien, indem Sie ein freundliches Lächeln zeigen.
Begrüßen Sie Ihre/n Gesprächspartner/in mit einem deutlichen (nicht zu starken) Händedruck und einer klar formulierten Begrüßungsformel, in der Sie auch den Namen Ihres Gegenübers nennen (z.B. „Guten Tag Frau (Doktor) Schmidt!“). Versuchen Sie unbedingt, bereits bei der Begrüßung Blickkontakt herzustellen.
Wenn Ihnen kein entsprechender Platz angeboten wird, fragen Sie einfach selbstbewusst, wo Sie Platz nehmen dürfen bzw. bei Bedarf Ihre Sachen ablegen können.
– Die Utensilien, die Sie im Gespräch benötigen wie Notizblock oder Schreibstift, legen Sie am besten unmittelbar vor sich auf den Tisch. Nehmen Sie dabei aber nicht mehr Raum ein, als nötig vor allem wenn das Gespräch am Schreibtisch des/r Personalisten/in stattfindet.
Nehmen Sie eine offene, dem/r Gesprächspartner/in zugewandte und aufrechte Sitzposition ein, in der Sie sich selbst wohl fühlen.
Betrachten Sie Ihr Gegenüber als Verhandlungspartner/in, mit dem/der Sie gemeinsam eine für beide Seiten optimale Lösung finden werden und nicht als PrüferIn, der/die Sie auf die Probe stellen will.

Soll ich im Lebenslauf Mitgliedschaften bei Vereinen anführen oder nicht?

Eine Mitgliedschaft in einem Verein ist etwas durchaus Positives, weil Sie dadurch Ihr Engagement in diesem Bereich bekunden. Als Nachteil angerechnet werden kann Ihnen dies aber, wenn dadurch Ihre verlässliche Anwesenheit am Arbeitsplatz gefährdet ist. Vorsicht geboten ist auch bei politisch eindeutig akzentuierten Vereinen, weil Sie sich hier Türen öffnen aber auch endgültig verschließen können.

Wie vermittle ich in einem Bewerbungsgespräch Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Beharrlichkeit und Geduld?

Überlegen Sie sich anhand Ihres Lebenslaufs, in welchen Situationen Sie die oben genannten Charaktereigenschaften bewiesen haben. Erzählen Sie z.B. von Projekten an der Uni, an denen Sie teilgenommen und die Sie gegen alle Widerstände zu Ende gebracht haben. Sie brauchen die Begriffe wie Beharrlichkeit und Geduld im Prinzip oft gar nicht direkt ansprechen – dass Sie diese Eigenschaften unter Beweis gestellt haben, sollte aus Ihren Schilderungen hervorgehen. Hierdurch vermitteln Sie zum einen die Charaktereigenschaften, die Sie auszeichnen, zum anderen schildern Sie Situationen aus Ihrem Leben – und das wiederum wollen Personalverantwortliche in einem Vorstellungsgespräch auch hören.