Wie gehe ich mit den Beobachter/inne/n im AC um, die ja doch eine wichtige Rolle spielen?

Die Beobachter/innen repräsentieren die Auswähler/innen, die Arbeitsplatzvergeber/innen, deren Einschätzungen letztlich entscheidend sind. Sie spielen also eine bedeutende Rolle. Sie sollten sich aber dadurch nicht verleiten lassen, die Beobachter/innen dahingehend zu beobachten, ob sie alle Ihre Aussagen bemerken und wie sie darauf reagieren. Bei Präsentationen nur mit den Beobachter/inne/n Blickkontakt zu pflegen, grenzt schon an Missachtung der Kolleg/inn/en. Es wirft auch kein gutes Licht auf Sie, wenn Sie die Beobachter/innen in Gespräche verwickeln, um so vorab Informationen zu erhalten.

Worum geht es bei Fallstudien im Assessment-Center?

Bei Fallstudien geht es darum, komplexe Probleme oder bestimmte fachliche Aufgabenstellungen in einer vorgegebenen Zeit zu lösen. Manchmal ist die Fallstudie an Aufgaben angelehnt, die in der angestrebten Position vorkommen können. In diesem Fall dient die Fallstudie vor allem dazu, das Fachwissen des Kandidaten zu prüfen. Im Allgemeinen behandeln Fallstudien jedoch kein spezielles Fachthema aus dem zukünftigen Arbeitsgebiet der Kandidaten, sondern beziehen sich auf generelle Problemstellungen aus dem Arbeits- und Privatleben

Worum kann es beim Rollenspiel im Assessment-Center gehen?

Beim Rollenspiel geht es darum, dass Sie als AC – KandidatIn in eine andere Rolle schlüpfen sollen. Typische Rollen sind: PersonalchefIn, VorgesetzteR, TeamchefIn, GeschäftsführerIn. In der Regel geht es dabei um ein simuliertes Gespräch zwischen Ihnen und einem/r AC – BeobachterIn, der/die aktiv den Part der zweiten Rolle übernimmt. Ziel ist es, eine betriebliche Interaktion zu simulieren, z.B. Konfliktgespräche zwischen Vorgesetztem/r und MitarbeiterIn (Kündigung, mangelhafte Leistung, Allgemeine Kritik) oder: Verkaufs-, Überzeugungs-, Motivationsgespräche.

Was genau ist die Postkorbübung im Assessment-Center?

Der Postkorb ist eine sehr häufig eingesetzte Übung. Es handelt sich dabei meist um einen Paper-Pencil-Test, den die Teilnehmer/innen für sich allein zu bearbeiten haben. Ihre Aufgabe: Sie müssen als Vorgesetzte/r eine große Anzahl von Dokumenten durcharbeiten, die sich in Ihrem Postkorb angesammelt haben, weil Sie längere Zeit weg, z.B. auf Dienstreise, waren. Finanzielle Schwierigkeiten, geschäftliche Dinge, familiäre Probleme und private Sorgen verlangen von Ihnen Entscheidungen. Alles passiert unter Zeitdruck, weil es gleich wieder auf Dienstreise oder in den Urlaub geht. Die Papiere durchzulesen erfordert einen großen Teil der Bearbeitungszeit. Dann geht es darum, sich für eine Umgangsweise mit den Ereignissen, und Problemen zu entscheiden. Alles was Sie tun wollen, sollen Sie schriftlich begründen.

Wird bei Teamdiskussionen/Teamaufgaben im Assessment-Center geschaut ob ich mich durchsetzen kann oder worauf kommt es an?

In jedem Assessment-Center werden Aufgaben gestellt, die Sie gemeinsam mit anderen Teilnehmer/innen lösen müssen. Hier zeigen Sie, dass Sie kooperieren können und es Ihnen nicht nur darum geht, Ihre eigene Meinung „durchzudrücken“. In Gruppendiskussionen geht es darum, im direkten Vergleich mit anderen Bewerber/innen gut abzuschneiden. Das Thema wird vorgegeben und zur Diskussion freigestellt. Es geht darum, Sachverhalte zu verstehen, die eigene Position überzeugend zu vertreten und Argumentationsstrategien zu entwickeln. Ziel ist dennoch, das gestellte Problem einvernehmlich zu lösen. Bei den Bewerber/innen wird darauf geachtet, ob und wie sie auf andere aktiv zugehen, wie ihre Fähigkeit, zuhören zu können, ausgeprägt ist, welche rhetorischen Fähigkeiten und Ausdrucksmöglichkeiten sie besitzen. Eine solche Gruppendiskussion gibt ebenfalls Aufschlüsse über die Verarbeitung von Informationen und Denkstilen anderer, die Entwicklung und Beurteilung von Alternativen sowie über die Entscheidungsfähigkeit. Es wird ebenso deutlich, welches Führungspotential und Durchsetzungsvermögen die Kandidat/innen mitbringen. Selbstsicherheit und Zielstrebigkeit bestimmen das Verhalten der Bewerber/innen in diesen Situationen.

Auf welche Arten von Gruppendiskussionen kann oder soll ich mich im Assessment-Center einstellen?

Die Gruppendiskussion ist der klassische Standardbaustein eines jeden Assessment-Centers. Grob zu unterscheiden sind die so genannte führerlose Gruppendiskussion (alle Diskussionsteilnehmer sind gleichberechtigt) und die Gruppendiskussion mit Moderator bzw. Leiter, der von den Gruppenmitgliedern gewählt oder von den Beobachtern vorab bestimmt wird. Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Typen von Gruppendiskussionen:

Was ist ein Assessment-Center und womit sollte ich rechnen?

Das Assessment-Center ist eine Kombination aus verschiedenen Tests, Planspielen und Gesprächen. Die Bewerber werden durch die Vertreter des Unternehmens ein bis drei Tage lang in Gruppen und Einzelübungen beobachtet, getestet und bewertet. Aber nicht nur für die Unternehmen ist es eine Gelegenheit die Bewerber auf Herz und Nieren zu prüfen. Die Teilnahme an einem AC ist auch für Sie eine gute Möglichkeit zu erkennen, ob Sie sich in dem Unternehmen wohl fühlen oder nicht.

Werden im Assessment-Center auch Intelligenz- und Konzentrationstests eingesetzt?

Abhängig von den Anforderungen der jeweiligen Stelle werden mit Hilfe von Intelligenz- und Konzentrationstests bestimmte Fähigkeiten der Bewerber getestet: Möglich sind Rechentests, Aufgaben aus dem Bereich Geometrie, Technik, Grammatik, Sprachverständnis und spezielle Übungen, in denen das Konzentrationsvermögen und die Belastbarkeit der Kandidaten überprüft wird. Stress entsteht nicht nur dadurch, dass die Aufgaben zum Teil sehr knifflig sind, sondern auch weil die Zeit sehr knapp bemessen ist.

Wie kann ich mich auf ein Assessment-Center am besten vorbereiten?

Das wichtigste ist, dass Sie sich über die Aufgaben und Anforderungen der ausgeschriebenen Position im klaren sind. Das ist eine große Hilfe, da die Übungen und Aufgaben sehr genau darauf abgestimmt sind. Informieren Sie sich systematisch über das Unternehmen und auch die Branche. Das ist immer hilfreich, sowohl für die Übungen als auch für die Gespräche am Rande. Ansonsten ist es nur noch wichtig, dass Sie sich natürlich verhalten und ausgeruht in das AC kommen, denn Sie werden ein hohes Maß an Konzentration brauchen.

Sollte ich vor einer Initiativbewerbung das Unternehmen telefonisch kontaktieren?

Wenn auf der Homepage des Unternehmens Initiativbewerbungen nicht dezidiert angesprochen werden, ist es ratsam, mit den Personalabteilungen erst einmal telefonisch Kontakt aufzunehmen. Wie bei einem persönlichen Bewerbungsgespräch sollten Sie sich auch auf das Telefonat gut vorbereiten. Die MitarbeiterInnen der Personalabteilung erwarten von Ihnen, dass Sie klare Vorstellungen von Ihrer beruflichen Zukunft haben und diese auch formulieren können. Bei einem Anruf im Vorfeld zu einer Initiativbewerbung bietet es sich an, sich bereits vorher bestimmte Fragen, die Sie im Gespräch klären möchten, zu notieren. Durch Fragen, die eng mit den Informationen verknüpft sind, die Sie bereits im Internet recherchiert haben, zeigen Sie Ihr Interesse und dass Sie sich bereits mit dem Unternehmen beschäftigt haben. Zu beachten ist, dass PersonalerInnen selten Lust haben, alle Einstiegsmöglichkeiten in allen Bereichen am Telefon aufzuzählen. Initiativ bewerben heißt, dem Unternehmen für einen konkreten Bereich Ihr Know-how, Ihre theoretischen und praktischen Kenntnisse, also Ihre Arbeitskraft anzubieten.